Philosophie
PAIR steht für Prävention, Assessment, Intervention und Reflexion von herausfordernden und aggressiven Situationen in psychosozialen Arbeitsfeldern. Wir gehen davon aus, dass Situationen eskalieren, wenn sich die Beteiligten in ihren Gefühlen und Bedürfnissen nicht verstanden fühlen. In verschiedenen Phasen der Eskalation gibt es unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten, die in einem PAIR-Basisseminar systematisch erarbeitet und eingeübt werden.
Das PAIR-Konzept orientiert sich an einem humanistischen, personenzentrierten und recoveryorientierten Ansatz der psychiatrischen Versorgung.
Geschichte
Das Präventionskonzept PAIR wurde im Auftrag des süddeutschen Arbeitskreises zur Prävention von Zwang und Gewalt in der Psychiatrie unter der damaligen Leitung von Prof. Tilman Steinert entwickelt.
Im Jahr 2005 konnte die erste Version einer dreitägigen Fortbildung vorgestellt werden. Im Laufe der letzten Jahre wurde das Trainingskonzept immer weiter ausdifferenziert. Mittlerweile wird das Schulungsmanual Version 4.2 in der Trainerinnen- und Trainerausbildung im Bildungswerk Irsee eingesetzt. Dabei geht es nicht nur um die Durchführung von Deeskalationstrainings, sondern auch um die Beratung von Einzelpersonen, Teams und Institutionen zur Prävention von Zwang und Gewalt.
Veröffentlichungen
Maierhofer, B.; Hirsch, S. (2025): Deeskalation in der Praxis – Umgang mit herausfordernden Patientinnen und Patienten. In: MMW – Fortschritte der Medizin, Ausgabe 21–22/2025, 09.12.2025. https://doi.org/10.1007/s15006-025-5439-9
Steinert, T., Maierhofer, B., Schmid, P., & Hirsch, S. (2024). Novel Approaches Needed: An Experimental Study with an Alternative to Mechanical Restraint. Healthcare, 12(16), 1658. https://doi.org/10.3390/healthcare12161658
Mayer, M., Batzoni, H., Witzmann, M., & Nienaber, A. (2024). „Wir sollten etwas Druck aufbauen.“ Informeller Zwang in der psychiatrischen Versorgung. Kerbe, 42(1), 33–35.
Mayer, M., & Walter, G. (2023). Deeskalationstrainings. Wirksamkeit und Qualität von Schulungen zur Prävention von Zwang und Gewalt. Nervenheilkunde, 42(12), 850–854. https://doi.org/10.1055/a-2178-2517
Bechdolf, A., Bühling-Schindowski, F., Weinmann, S., Baumgardt, J., Kampmann, M., Sauter, D., Jaeger, S., Walter, G., Mayer, M., Löhr, M., Schulz, M., Gather, J., Ketelsen, R., Aßfalg, R., Cole, C., Vandamme, A., Mahler, L., Hirsch, S., & Steinert, T. (2022). DGPPN-Pilotstudie zur Implementierung der S3-Leitlinie „Verhinderung von Zwang: Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens bei Erwachsenen“. Der Nervenarzt, 93(5), 450–458. https://doi.org/10.1007/s00115-021-01242-6
Sauter, D., Walter, G., Mayer, M., Kampmann, M., & Steinert, T. (2020). Können Zwang und Gewalt wirksam reduziert werden? Eine Studie über die Effekte der Leitlinienimplementierung. Psychiatrische Pflege, 5(6), 27–30. https://doi.org/10.1024/2297-6965/a000329
Sauter, D., Mayer, M., Walter, G., & Steinert, T. (2020). Prävention von Zwang und Gewalt: Leitlinienempfehlungen in die Praxis bringen. Psychiatrische Pflege, 5(5), 27–31. https://doi.org/10.1024/2297-6965/a000321
Mayer, M., & Witzmann, M. (2020). Zwang gegenüber Patienten? Über den Umgang mit ethischen Herausforderungen in der psychiatrischen Pflege. Pflege & Gesellschaft, 4, 306 14. https://doi.org/10.3262/P&G2004306
Mayer, M. (2012). Aggression betrifft uns – Psychische Beeinträchtigungen und Ressourcen im Umgang mit Patientenaggression. In S. Hahn, H. Stefan, C. Abderhalden, I. Needham, M. Schulz, & S. Schoppmann (Hrsg.), „Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz“ 9. Dreiländerkongress Pflege in der Psychiatrie in Wien (S. 223–226). Verlag Abt. Forschung/Entwicklung Pflege und Pädagogik. http://www.pflege-in-der-psychiatrie.eu/files/kongressband/Kongressband2012-Volltext.pdf
Mayer, M. (2011). Aggression von Bewohnern – Bewahren Sie die Ruhe! Qualitätsmanagement in der Hauswirtschaft, B1.8/ 1-14.
Schirmer, U., Mayer, M., Vaclav, J., Papenberg, W., Martin, V., Gaschler, F., & Özköylü, S. (2009). Prävention von Aggression und Gewalt in der Pflege Grundlagen und Praxis des Aggressionsmanagements für Psychiatrie und Gerontopsychiatrie (2., aktualisierte Aufl.). Schlütersche.
Mayer, M. (2008). Umgang mit Aggressionen. rhw praxis, 2, 65–71.